Autismus bedeutet, die Welt auf eigene Weise wahrzunehmen - mit besonderen Stärken, aber auch individuellen Herausforderungen im
Alltag.
Der jährliche Weltautismustag am 2. April macht auf diese Unterschiede aufmerksam und lädt dazu ein, Autismus besser zu verstehen.
Wenn Sie morgens durch eine Stadt gehen, sieht man Menschen, die scheinbar mühelos miteinander sprechen, Eindrücke verarbeiten und sich im Trubel orientieren. Für viele ist das selbstverständlich und eine normale Alltagssituation.
Für Menschen mit Autismus kann genau das eine große Herausforderung sein: Reize sind intensiver, ungewohnte Geräusche können überwältigend wirken, Kommunikation funktioniert anders, soziale Signale lassen sich schwer einordnen und Situationen abseits der Routine können Unsicherheit auslösen.
Genau deshalb ist es so wichtig, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann und wie ein unterstützender Umgang gelingen kann. Denn Autismus ist keine Krankheit, sondern eine andere Art, die Welt zu erleben.
Mit eigenen Perspektiven, Herausforderungen und Potenzialen. Der Weltautismustag am 2. April macht darauf aufmerksam und sorgt für Aufklärung darüber, wie Menschen mit Autismus leben, welche Stärken sie mitbringen und welchen Barrieren sie in der Gesellschaft begegnen.
Verständnis entsteht durch Begegnung, durch Information und durch das Sichtbarmachen von Lebensrealitäten, die im Alltag oft übersehen werden.
Mit der Einrichtung „Lebensbrücke“ für Menschen mit Autismus und geistiger Beeinträchtigung begleitet die Tanner Diakonie am Standort in Gersfeld genau diese Lebensrealitäten.
Tag für Tag arbeiten knapp 70 Mitarbeitende daran, für jede*n Klient*in ein individuelles Lebenskonzept in den Bereichen Wohnen, Tagesstruktur und Freizeitgestaltung zu verfolgen, das sich an den Bedürfnissen jedes und jeder Einzelnen orientiert.
Um Interessierten die Arbeit der regionalen Einrichtung näherzubringen und gleichzeitig über Autismus aufzuklären, ist die Lebensbrücke am 2. April von 11 bis 16 Uhr mit einem Aktionsstand auf dem Universitätsplatz in Fulda vertreten.
Ob die Neugierde, Autismus ein Stück weit zu verstehen, sich mit Hilfsmitteln, wie der Unterstützten Kommunikation auseinanderzusetzen oder das Glück mit einem Dreh am Glücksrad herauszufordern.
